Leben mit der Roten Armee: Kurze Erinnerungen aus Deutschland

Deutsche erinnern sich an ihre Kindheit, als sie sowjetischen Konvois begegneten und in der Nähe von Garnisonen in Ostdeutschland lebten.

Folge 1 Folge 2

Von Thomas Rulf, Bad Belzig 

Meine Erinnerungen sind überwiegend positiv. Ich bin in unmittelbarer Nähe zu einer großen Kaserne, mit einer Siedlung für Offiziere und deren Angehörigen, aufgewachsen. So waren meine Erlebnisse sehr umfangreich und vielfältig. So sind wir zum Beispiel regelmäßig durch eine defekte Stelle im Zaun auf das Gelände eingedrungen, um mit unseren Freunden unter den Soldaten Fußball zu spielen. Genauso oft wurden wir auch von der Wachmannschaft abgeführt. Wir waren im Magazin einkaufen, haben uns zu den Kraftfahrern in ihr Fahrzeug gesetzt und mit ihnen ihre Verpflegung geteilt, während sie auf ihre Vorgesetzten warteten, die im Restaurant speisten. Wir haben die ersten Zigaretten geschlachtet und Abzeichen geschenkt bekommen bzw. getauscht,  die wir eifrig sammelten. Klar gab es auch mal unschöne Erfahrungen,  aber die waren ausgesprochen selten. Auch die Jungs der Roten Armee waren einfach nur Menschen.

Von Roger Taube

Hallo,

ich war circa sechs oder sieben Jahre alt (heute 63), da hat auf der heutigen A4 am Bahrebach-Eisenbahnviadukt ein russischer Konvoi mit Panzern gehalten. Wir habe zwar kein Wort verstanden, waren aber mit im Panzer und haben was zu essen bekommen. Das Gesicht des Soldaten habe ich heute noch bildlich vor mir. 

Von Wolfgang Berger

Ich wurde 1947 in Leipzig geboren.

Ich habe als Kind nur gute Erinnerung an die Soldaten der Sowjetarmee in Leipzig gehabt. In Grünau-Schönau ist auch eine Einheit stationiert gewesen. Es gab für uns Kinder keine Berührungsängste mit den Soldaten. Heute habe ich ein Häuschen auf diesem ehemaligen Militärgelände und denke nur mit guten Gedanken an die Kindheit zurück. Druschba mit Russland.

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