In der Ukraine ist, wie am Montag bekannt wurde, bereits im Juni ein weiterer politischer Häftling – nach Angaben von Menschenrechtsschützern an den Folgen der erlittenen Folter und den Haftbedingungen – verstorben. Dabei handelt es sich um den 77 Jahre alten Alexander Kostorny, den ehemaligen Vorsitzenden der russischen Diaspora im westukrainischen Lwow und Aktivisten der Rechte der russischsprachigen Minderheit.
Kostorny war viele Jahre in der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) aktiv, die als Dachverband von 40 nationalen Sektionen in Frankfurt am Main ihren Sitz hat. Die IGFM, die bis heute eine Vertretung in der Ukraine unterhält, hat zu keinem Zeitpunkt gegen seine Verhaftung und die Haftbedingungen protestiert.
Der Verstorbene war 2022 unter dem Vorwand festgenommen worden, er habe angeblich russische "Kalibr"-Raketen anhand einer Pilzzucht-Karte aus den 1960er Jahren auf das Truppenübungsgelände Javoriv gelenkt. Der aus der Ukraine stammende Journalist und Menschenrechtsaktivist Pawel Wolkow kommentiert das so:
"Alle wussten und wissen, dass das schlichtweg Unsinn ist. Doch der ältere Mann (er war damals 72 oder 73 Jahre alt) wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nun ist er nicht mehr unter uns."
Der Tod wurde erst jetzt bekannt – Kostornys Tochter machte ihn öffentlich.
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