Bericht: Iranische Geheimdienste nehmen US-Basen in Deutschland ins Visier

Iranische Geheimdienste sollen laut westlichen Nachrichtendienstlern US-amerikanische Militärstützpunkte in Deutschland ins Visier genommen haben. Im Fokus stehen Ramstein und Spangdahlem, die eine wichtige Rolle bei den Militäroperationen der USA gegen Iran spielen.

Iranische Geheimdienste nehmen offenbar US-Militärstützpunkte in Deutschland ins Visier, wie Recherchen der WirtschaftsWoche zeigen. Konkret geht es demnach um die US-Airbase Ramstein in Rheinland-Pfalz und den Militärstützpunkt Spangdahlem in der Eifel. Vor rund drei Wochen sollen unter anderem israelische Geheimdienste ihre US-amerikanischen und deutschen Partner vor der möglichen Bedrohung gewarnt haben. Westliche Geheimdienstmitarbeiter bestätigten dies übereinstimmend.

Spangdahlem ist ein Stützpunkt der US Air Force und Heimat des 52nd Fighter Wing. Dort sind unter anderem F-16-Kampfjets stationiert. Die Basis dient nach den vorliegenden Angaben seit Monaten als logistischer Umschlagplatz für US-Kampfflugzeuge, die im Zusammenhang mit dem Krieg gegen Iran eingesetzt werden.

Der US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein wiederum ist das Hauptquartier der US Air Force in Europa und Afrika und zugleich ein wichtiges Drehkreuz für Fracht-, Truppen- und Flugbewegungen des US-Militärs zwischen den Vereinigten Staaten und dem Nahen Osten. Auf der Basis befindet sich zudem eine Satelliten-Relaisstation, über die Signale für US-Drohnen im Nahen Osten weitergeleitet werden. Seit Beginn der amerikanischen Militäroperationen gegen Iran ist dort ein deutlich zunehmender Flugverkehr beobachtet worden, darunter auch Tankflugzeuge, die teilweise aus Spanien verlegt wurden.

Wegen ihrer direkten Rolle bei den US-Militäroperationen gegen Iran sind Ramstein und Spangdahlem nach Angaben westlicher Nachrichtendienstler offenbar ins Visier iranischer Dienste geraten. Demnach prüfen die iranischen Geheimdienste mögliche Ziele und Aktivitäten rund um die beiden US-Stützpunkte in Deutschland.

Offenbar beschränkt sich das nicht auf Deutschland. Iranische Dienste sollen auch andere US-amerikanische Militärstützpunkte in Europa ins Visier genommen und komplexe Anschläge vorbereitet haben. Als mögliches Ziel gilt demnach auch Großbritannien. Erst am Wochenende verließen zwölf B-1-Bomber einen US-Luftwaffenstützpunkt in Großbritannien in Richtung Vereinigte Staaten.

Laut Recherchen der Zeitung The New York Times gehen US-Geheimdienste davon aus, dass iranische Nachrichtendienste den Stützpunkt im Rahmen einer verdeckten Operation mit Drohnen angreifen könnten. Dabei könnten nach Einschätzung der US-Dienste zahlreiche Flugzeuge zerstört und Soldaten getötet werden.

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