Wie die Deutsche Presse-Agentur heute berichtet, hat die Warenhauskette Galeria erneut Insolvenz angemeldet. Der Konzern ist die zweitgrößte Warenhauskette Europas und gehört seit 2024 der US-Investmentgesellschaft NRDC Equity Partners und dem deutschen Unternehmer Bernd Beetz. Das einst unter dem Namen "Galeria Karstadt Kaufhof" firmierende Unternehmen trägt heute den Namen "Galeria S.à r.l. & Co. KG."
Einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Mitteilung zufolge hat Galeria beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das ist der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Der Galeria-Konzern hatte bereits in den Jahren 2020, 2022 und 2024 Insolvenzverfahren durchlaufen.
Zu den Hintergründen des aktuellen Insolvenzantrags machte Galeria keine weiteren Angaben. Der Mitteilung zufolge soll der Antrag den rechtlichen Rahmen schaffen, "um die aktuelle Situation zu ordnen, das Unternehmen zu stabilisieren und die Voraussetzungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen."
Der Geschäftsbetrieb der verbliebenen 83 Filialen soll vorerst weitergehen. Unklar bleibt, ob die 12.000 Beschäftigten Insolvenzgeld erhalten werden und ob erneut Standorte geschlossen werden müssen.
Bereits bei der letzten Insolvenz hatten neun von 92 Kaufhäusern schließen müssen. Gläubiger verzichteten damals auf Milliardenforderungen, um eine Sanierung zu ermöglichen. Auch zu einem Stellenabbau in der Unternehmenszentrale, damals in Essen gelegen, kam es. Rund die Hälfte der Stellen gingen dort verloren.
Im Januar 2025 konnte der neue Mitbesitzer Bernd Beetz dem Handelsblatt verkünden, dass Galeria profitabel ins neue Geschäftsjahr gestartet sei: "Alle 83 Filialen schreiben schwarze Zahlen."
Doch diese positive Entwicklung setzte sich offenbar nicht fort. Medien berichteten im April 2026, dass sich mehrere Vermieter der Kaufhauskette über ausbleibende Mietzahlungen beklagten. Die Geschäftsführung räumte Liquiditätsschwankungen ein.
Im Juni erfolgte dann eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro, unter anderem, um die Mietrückstände zu begleichen. Ein mit dem Kredit verknüpfter Sanierungsplan soll indes weitere Standortschließungen vorsehen. Bis zu 33 Warenhäuser stehen auf dem Prüfstand.
Der Kredit vom Juni soll mittlerweile Informationen von Bild zufolge aufgebraucht sein. Gespräche mit einem US-Investor über eine weitere Finanzierungshilfe seien gescheitert. Schon die Finanzierung der Septembergehälter für die Mitarbeiter habe Schwierigkeiten bereitet.
Um das Geschäft am Laufen zu halten, müsste Galeria laut Bild über zwanzig Millionen Euro an Finanzmitteln verfügen. Dem Springer-Medium zufolge sind allerdings nur noch zehn Millionen Euro vorhanden. Die Warenhauskette leidet demnach unter massiven Umsatzeinbrüchen. Der Umsatz ist im Schnitt um 15 Prozent geringer als im Vorjahr, so Bild. Im September habe der Umsatzrückgang sogar 25 Prozent betragen.
Bei der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sorgt das Vorgehen der Geschäftsleitung für Kritik. Silke Zimmer, im Bundesvorstand der Gewerkschaft für den Bereich Handel zuständig, erklärte in einer Pressemitteilung: "Haarsträubende Managementfehler haben zu dieser Entwicklung geführt. In den letzten Jahren sind durch die Gesellschafter keine nachhaltigen Investitionen geflossen." Es brauche jetzt zügig Informationen, was die Beschäftigungsaussichten der 12.000 Angestellten betreffe, sowie eine Einbeziehung des Gesamtbetriebsrates.
Mit der neuen Hiobsbotschaft bezüglich Galeria setzt sich die Krise im deutschen Einzelhandel fort, der durch schlechte Konsumstimmung und die Konkurrenz durch den Online-Handel ohnehin unter Druck steht.
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