Polnische Geheimdienste haben womöglich ein Attentat auf Ministerpräsident Donald Tusk und weitere Mitglieder der polnischen Regierung vereitelt. Für 11 Uhr am Sonntagvormittag wurde daraufhin eine dringliche Lagebesprechung von Polizei und Sicherheitsdiensten in Warschau anberaumt.
Dies verkündete Karolina Gałecka, die Sprecherin des polnischen Innenministeriums, auf ihrem dienstlichen X-Account. Demnach betraf das potenzielle Mordkomplott Ministerpräsident Donald Tusk sowie Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz.
Gałecka zufolge hätten die polnischen Geheimdienste Informationen über einen möglichen Anschlag auf die beiden Politiker erhalten. Sie hätten daraufhin das Innenministerium und Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak eingeschaltet.
Anlässlich der Aufdeckung des möglichen Komplotts sei noch am Sonntag ein dringliches Treffen von Vertretern der Polizei, des Staatsschutzdienstes und des Inlandsgeheimdienstes angesetzt. Das Treffen zur aktuellen Bedrohungslage findet im Centrum Antyterrorystyczne Agencji Bezpieczeństwa Wewnętrznego (Antiterrorzentrum der Agentur für innere Sicherheit) statt.
Ähnliches ließ Jacek Dobrzyński, der Pressesprecher des Ministers für die Koordination der Spezialdienste, auf X verlauten. Berichten polnischer Medien zufolge haben der Innenminister Marcin Kierwiński und der Geheimdienstkoordinator Tomasz Siemoniak zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Wie weit diese gehen, ist unbekannt. Ebenso ist unklar, wer hinter dem mutmaßlichen Anschlagskomplott stecken soll. Auch die Hinweisgeber und die Einzelheiten des geplanten Attentats bleiben im Dunkeln. Ob es Verhaftungen gab, ist ebenfalls nicht bekannt.
Regierungssprecher Adam Szłapka zufolge wurde Ministerpräsident Tusk um sieben Uhr morgens an diesem Sonntag über die Anschlagspläne informiert. Dies teilte er dem Sender TVN24 mit. Die Hinweise seien diesmal beunruhigender gewesen als frühere Meldungen. Donald Tusk war von 2007 bis 2014 polnischer Ministerpräsident und übt dieses Amt erneut seit Dezember 2023 aus.
Von den beiden durch die Mordpläne bedrohten polnischen Politikern gibt es bisher noch keine Stellungnahmen. Für 13 Uhr ist Karolina Gałecka zufolge eine Pressekonferenz angesetzt.
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