Bank von Russland senkt Leitzins auf 14,50 Prozent

Mit der Senkung auf 14,50 Prozent setzt die russische Zentralbank ihre schrittweise Zinspolitik fort. Die Inflation hat sich abgeschwächt, bleibt aber erhöht. Der Rubel zeigt sich stabil, während die Industrie nur moderat wächst und Investitionen unter Druck stehen.

Die Bank von Russland hat am 24. April den Leitzins um 50 Basispunkte auf 14,5 Prozent gesenkt. Es ist bereits die achte Zinssenkung in Folge und zugleich der fünfte Schritt in Serie im Umfang von jeweils 50 Basispunkten. Damit setzt die Zentralbank ihren vorsichtigen Lockerungskurs konsequent fort.

Die Entscheidung entsprach vollständig den Markterwartungen. Eine breite Mehrheit der befragten Analysten rechnete mit einer Senkung um 50 Basispunkte. Einzelne Prognosen reichten von einer stärkeren Lockerung bis zu kleineren Schritten oder einem Verbleib bei 15 Prozent. Die tatsächliche Entscheidung lag damit exakt im erwarteten Basisszenario.

Ein wichtiger Faktor für die Zinssenkung war die überraschend schwächere Inflation im ersten Quartal. Statt der von der Zentralbank erwarteten 6,3 Prozent lag der tatsächliche Wert bei 5,9 Prozent. Gleichzeitig bleibt der Preisdruck bestehen, da die Nachfrage zwar nachlässt, Angebotsfaktoren jedoch weiterhin inflationär wirken.

Auch die Inflationserwartungen der Bevölkerung gingen leicht zurück, von 13,4 auf 12,9 Prozent. Dennoch liegen sie weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre 2017 bis 2020, als die Inflation nahe dem Zielwert von 4 Prozent lag.

Auch die wirtschaftliche Entwicklung spricht für eine Lockerung der Geldpolitik. Die russische Wirtschaft zeigt klare Anzeichen einer Abkühlung, und das Wachstum im ersten Quartal blieb hinter den Erwartungen zurück. Ein Teil der kurzfristigen Schwankungen wird dabei auf Vorzieheffekte sowie die Anpassung an steuerliche Änderungen zurückgeführt.

Ein weiterer dämpfender Faktor war der starke Rubel. Nach zeitweiliger Schwäche im März wertete die russische Währung im April wieder deutlich auf, was den Inflationsdruck zusätzlich reduzierte.

Die Zentralbank warnt davor, dass eine Eskalation des Konflikts weltweit und auch in Russland neue Inflationsimpulse auslösen könnte. Insgesamt bleibt der geldpolitische Kurs vorsichtig, datenabhängig und schrittweise ausgerichtet.

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