
Medien: USA und Europa erörtern Ausweitung der nuklearen Teilhabe

Laut einem Bericht der Zeitung Financial Times (FT) haben die USA die Stationierung von Atomwaffen in weiteren europäischen NATO-Staaten erörtert. Wie die Quellen der Publikation betonten, zeige sich Washington offen dafür, die nukleare Teilhabe in Europa auszuweiten. Mit diesem Schritt soll den Verbündeten verdeutlicht werden, dass eine Reduzierung der konventionellen Militärhilfe, wie etwa der Abzug von US-Truppen und wichtigen Waffensystemen vom Kontinent, die Sicherheitsgarantien nicht schwächen würde.

Die Gespräche seien streng vertraulich und hätten möglicherweise keinerlei Änderungen an der nuklearen Teilhabe zur Folge, hieß es seitens der FT weiter. Konkret gehe es um sogenannte "Dual-capable aircrafts" (DCA). Diese Flugzeuge können sowohl konventionelle als auch nukleare Angriffe durchführen.
Länder an der NATO-Ostflanke, insbesondere in unmittelbarer Nähe zu Russland, sollen laut den Quellen der FT das größte Interesse an der Initiative gezeigt haben. Beispielsweise habe der polnische Ex-Präsident Andrzej Duda die USA aufgefordert, die DCA-Initiative auf Polen auszuweiten. Dazu schloss sich Warschau in diesem Jahr einer neuen französischen Initiative an, die erstmals die Möglichkeit einer vorübergehenden Verlegung von Mitteln der nuklearen Abschreckung in verbündete europäische Länder prüft.
Derzeit umfasst das Programm der nuklearen Teilhabe sechs Länder, und zwar Belgien, Deutschland, Italien, die Niederlande, die Türkei und Großbritannien, die zur Stationierung von "Dual-capable aircrafts" der USA und "vorwärts verlegten" Atomsprengköpfen berechtigt sind. Diese stehen unter US-Schutz, wobei Washington die alleinige Befugnis zu ihrem Einsatz behält.
Die US-Atomwaffen in den europäischen Staaten werden von US-Truppen gelagert und bewacht. Die zugeordneten Einheiten, ausgerüstet mit F-35, F-15 und Tornado-Kampfjets, werden ausgebildet und trainiert, um ihre Einsatzbereitschaft zu demonstrieren und die Atombomben nach erfolgter Genehmigung durch die USA letztlich auch einzusetzen.
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