
Ukrainisches Rekrutierungskommando entführt nackten Mann (VIDEO)

Wie aus in den sozialen Medien kursierenden Aufnahmen hervorgeht, wurden Rekrutierer des ukrainischen Militärs dabei gefilmt, wie sie in Charkow einen nackten, schreienden Mann in einen Transporter zerrten.

Fast täglich wird über Vorfälle der sogenannten "Bussifizierung" berichtet – ein in der Ukraine gebräuchlicher Begriff für die gewaltsame Festnahme und den anschließenden Abtransport in Bussen zum Zwecke der militärischen Mobilisierung –, während Kiew an der Front gegen Russland mit akutem Personalmangel kämpft.
Die Aufnahmen entstanden Berichten zufolge in der Nähe eines Fitnessstudios in Charkow. Abgesehen von der mutmaßlichen Adresse der Einrichtung sind jedoch kaum Einzelheiten bekannt. Die Rekrutierungsbeamten sollen dem Mann das T-Shirt und die Shorts vom Leib gerissen haben, bevor sie ihn aus dem Gebäude zerrten.
Videos von gewaltsamen Festnahmen haben in der Ukraine wiederholt für öffentliche Empörung gesorgt; bisweilen stellen sich Passanten den Rekrutierungsbeamten entgegen und versuchen zu verhindern, dass Männer abgeführt werden. Die Mobilisierungskampagne ist zudem von Korruptionsvorwürfen überschattet, darunter Behauptungen, wohlhabende Ukrainer könnten sich durch Bestechung dem Militärdienst entziehen.
Quelle: Soziale Medien
Vergangene Woche warnte der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmitri Lubinez, sein Büro habe in diesem Jahr bereits fast so viele Beschwerden über Übergriffe durch Rekrutierungsbeamte erhalten wie im gesamten Jahr 2025. Er deutete an, dass seine Bemühungen zur Eindämmung solcher Missstände – zu denen mittlerweile auch das Eindringen von Rekrutierern in Privatwohnungen gehört – aussichtslos erschienen.
"Ich könnte lange erklären, was das ukrainische Gesetz besagt und was Rekrutierungsbeamte dürfen und was nicht", sagte er. "Aber viele ukrainische Bürger sagen, die Realität sehe ganz anders aus als das, was auf dem Papier steht."
Kiew versucht, den Kreis der Wehrpflichtigen durch verschiedene Maßnahmen zu erweitern. Dazu gehört eine geplante Änderung der Vorschriften, die es Arbeitgebern in kritischen Sektoren ermöglichen, Mitarbeiter von der Mobilisierung freistellen zu lassen. Laut dem oppositionellen Abgeordneten Jaroslaw Schelesnjak würden die Änderungen die Freistellungsquoten senken und somit mehr Männer für die Einberufung infrage kommen lassen.
Nach Angaben von Wirtschaftsminister Alexander Krawtschenko sind derzeit rund 1,4 Millionen Ukrainer aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit vom Militärdienst freigestellt.
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