
Billige Inszenierung im Interesse Kiews ‒ Russland nennt Nutznießer des Drohnenvorfalls in Leipzig

Eine mit Sprengstoff beladene Drohne hat in der Nacht zum 5. August in der Nähe einer ukrainischen Frachtmaschine ihre Kreise gezogen. Nur dank einer Reihe glücklicher Zufälle kam es dabei zu keinem Schaden. Seit diese Meldung bekannt wurde, befindet sich Deutschland in Aufruhr. Gestern tagte dazu der Nationale Sicherheitsrat, und der Kanzler wurde aus dem Urlaub zugeschaltet.
Noch beschuldigt die Bundesregierung Russland nicht offiziell des versuchten Angriffs. Das tun jedoch viele Politiker und sogenannte Sicherheitsexperten, sodass die russische Botschaft in Berlin von einer antirussischen Hysterie spricht. In einem Kommentar auf sozialen Medien weist sie jegliche russische Beteiligung an dem Vorfall zurück und nennt dessen mutmaßliche Nutznießer.

Zunächst lässt die Botschaft die Ereignisse der vergangenen Tage Revue passieren, die nun in einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf einen terroristischen Anschlag unter Beteiligung eines "ausländischen Staates" mündeten. Frühere "Ermittlungen" dieser Art seien hinlänglich bekannt: Anschuldigungen gegen Russland ohne Beweise.
"Es ist offensichtlich, dass diese hastig zusammengeschusterte Provokation ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse dient", teilte die diplomatische Vertretung zu den möglichen Drahtziehern mit.
Demnach sieht die Botschaft hinter dem hybriden Angriff die Ukraine, der es an Waffen fehle. Die Ukraine und die Regierungen in Europa bräuchten Argumente, um weiter "unbegrenzte finanzielle Mittel in die Hände eines korrupten Regimes fließen" zu lassen, hieß es in der Stellungnahme mit Blick auf den Vorfall.
Der Fall der von einem Busfahrer entdeckten Drohne mit einem nicht intakten Zünder werde als hybrider Angriff präsentiert, um Stimmung gegen Moskau in den Medien zu schüren, kritisierte die russische Botschaft. Wie in früheren Fällen würden keine Beweise vorgelegt. Schon jetzt gebe es jedoch Politiker, die von einem kriegsauslösenden Akt gegen Deutschland und die NATO sowie von der Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen seitens Berlins sprächen.
⚡️ Kommentar der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland zu einer neuen Welle antirussischer Hysterie in Deutschland
— Botschaft der Russischen Föderation (@RusBotschaft) August 7, 2026
🔹 Die Botschaft bringt ihre Besorgnis über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland zum Ausdruck. Anlass für die jüngste Zuspitzung ist… pic.twitter.com/EncS8TGLth
"Wir möchten hinzufügen, dass die größte Gefahr für Deutschland heute nicht in den viel beschworenen 'Hybridangriffen' Moskaus liegt – die es gar nicht gibt –, sondern von den Politikern ausgeht, die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg gegen Russland ausarbeiten und den deutschen Bürgern vorschlagen, daran teilzunehmen", teilte die Botschaft weiter mit.
Am Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter mit einem Fußtritt zum Absturz gebracht worden. Ein infolge der Sperrung kurz darauf durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne.
Die Drohne befand sich nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow An-124 Condor, wie ein NATO-Sprecher bestätigte. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Nach Recherchen von NDR, WDR und der Süddeutschen Zeitung geht aus vertraulichen Behördenunterlagen hervor, dass der Sprengstoff positiv auf Nitrate getestet wurde ‒ eine sprengfähige Substanz. Ein weiterer Test ergab demnach, dass das Paket die hochexplosiven Sprengstoffe PETN und Semtex enthielt, die auch das Militär verwendet. Medien berichten unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Zünder sei defekt gewesen.
Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) widersprach am Donnerstagabend Medienberichten, wonach eine der Antonow-Maschinen, neben denen die Drohne sichergestellt wurde, mit Munition beladen gewesen sei. Auch in der Obleute-Runde im Bundestag mit den Abgeordneten aus den Ausschüssen für Inneres und Verteidigung hieß es, dass sich keine Munition in der Maschine befunden habe.
Nun ist aus gleichlautenden Medienberichten bekannt, dass der Flughafen Leipzig/Halle "als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine gilt".
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