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Proteste in Frankreich: Mindestens 215 Schüler verletzt

Seit Ende September gehen in Frankreich Oberstufenschüler gegen Lehrermangel und fehlendes Betreuungspersonal auf die Straße, vielerorts kam es zu Ausschreitungen. Mindestens 215 Schüler wurden verletzt, mehr als 5.000 Menschen festgenommen, überwiegend Minderjährige.
Proteste in Frankreich: Mindestens 215 Schüler verletzt© Urheberrechtlich geschützt

Bei den Schülerprotesten, die Ende September in ganz Frankreich begannen, sind mindestens 215 Schüler verletzt worden. Das berichtet der Fernsehsender BFMTV unter Berufung auf Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray im. Die Schüler seien "hauptsächlich entweder durch Zufälle" verletzt worden, so Geffray, außerdem durch "Unruhestifter" oder durch Pyrotechnik, die Demonstranten verwendet hätten.

Am 5. Oktober erlitt in der Stadt Lens ein 15-jähriger Schüler bei Zusammenstößen vor der Schule Auguste Béhal eine schwere Handverletzung. Er hatte mutmaßlich eine Polizeigranate mit Splitterwirkung aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft beauftragte die Generalinspektion der Nationalen Polizei mit der Untersuchung der Umstände. Der Minister bezeichnete den Vorfall als "menschlich dramatisch" und fügte hinzu, dass "es immer Umstände gibt, die solche Situationen hervorrufen". Geffray betonte zudem, er kenne nicht alle Umstände und werde sich nicht in die Arbeit eines anderen Ministeriums einmischen. Schüler wie Erwachsene müssten jedoch auf dem gesamten Staatsgebiet Frankreichs geschützt sein.

Zuvor hatte am 28. September ein 14-jähriger Schüler in Saint-Ouen-l'Aumône Gesichtsverletzungen erlitten, nachdem ein Polizist mit einem Cougar-Granatwerfer Tränengas auf ihn abgefeuert hatte.

Die Proteste der französischen Schüler hatten am 21. September mit der Blockade des Lycée Saint-Exupéry in einem Pariser Vorort begonnen. Die Schüler wandten sich gegen den Lehrermangel sowie fehlende Stellen für Sozialarbeiter und Schulpsychologen. Anschließend griffen die Aktionen auf andere Regionen des Landes über.

Am 29. September rief die größte französische Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne (USL) zur Blockade der Bildungseinrichtungen im ganzen Land auf. Nach Angaben der Gewerkschaft waren an diesem Tag mehr als 400 Lycées (Schulen der Sekundarstufe II) blockiert, das Bildungsministerium meldete Störungen des Schulbetriebs an 338 Einrichtungen.

Seit Beginn der Proteste wurden nach offiziellen Angaben mehr als 5.000 Menschen festgenommen, der Großteil von ihnen Minderjährige.

Mehr zum Thema – Frankreichs Schulen brennen – aus Schülerblockaden wird eine landesweite Protestwelle, Teil 2

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