
Das verborgene Foltersystem der Ukraine ist auch eine Schande für den Westen

Von Tarek Cyril Amar
In Kiew ist ein neuer Skandal ausgebrochen. Und obwohl das Selenskij-Regime bereits eine lange und beachtliche Liste spektakulärer Verfehlungen vorzuweisen hat, besitzt dieser Vorfall eine ganz eigene Qualität.
Denn was sich in dem Kiewer Vorort Petropawlowskaja Borschtschagowka ereignet hat, vereint einige der grausamsten, korruptesten und skrupellosesten Praktiken des von der EU und NATO protegierten Gangsterregimes: die massenhafte Entführung der eigenen Bevölkerung, um sie als militärische Sklaven in einem westlichen Stellvertreterkrieg gegen Russland einzusetzen; die Umwandlung dieses Vorgehens in eine perfide Erpressungsmasche und der Einsatz roher Gewalt – bis zu Folter und Mord –, um das System am Laufen zu halten.

Im Grunde lehnten sich die Anwohner gegen all dies auf, indem sie ein im Verborgenen operierendes Internierungszentrum belagerten. Dort wurden Männer festgehalten, die im Rahmen der sogenannten "Bussifizierung" (im Ukrainischen als "Busifikazija" bekannt) aufgegriffen worden waren – oder aber Soldaten, die versucht hatten, dem "Fleischwolf" an der Front durch Fahnenflucht zu entkommen.
Unter "Bussifizierung" versteht man die berüchtigte Praxis des ukrainischen Militärs und seiner Schergen, Männer – oft unter Anwendung extremer Gewalt – von der Straße, aus öffentlichen Verkehrsmitteln, vom Arbeitsplatz, von Hochzeiten, aus Geschäften oder dem eigenen Zuhause – kurz: von überall her – zu verschleppen, um sie zwangsweise in die ukrainische Armee einzuziehen.
Die bevorzugten Fahrzeuge für diese regelrechten Menschenjagden sind Transporter bzw. Kleinbusse, die genügend Platz für einen Trupp von "Menschenfängern" und deren überwältigtes Opfer bieten. Daher der Begriff "Busifikazija" – ein Wort, das jeder Ukrainer kennt und das fast jeder Ukrainer fürchtet. "Fast" deshalb, weil die "Busifikazija" nicht nur brutal ist und oft in schweren Verletzungen oder gar im Tod endet – wohlgemerkt nicht durch russische Streitkräfte, sondern durch die Vollstrecker des ukrainischen Regimes selbst –, sondern weil sie zudem zutiefst ungerecht ist: Wer zum ultra-korrupten Umfeld des Selenskij-Regimes gehört, braucht nichts zu befürchten – man lässt ihn in Ruhe. Alle anderen – insbesondere die ärmere Bevölkerung und die Menschen auf dem Land – sind hingegen einer landesweiten "Jagdsaison" für militärische Sklavenfänger ausgesetzt.
Ein weiterer Ausweg – wie man es in der Ukraine erwarten könnte – besteht darin, ein extrem hohes, für normale Menschen geradezu ruinöses Bestechungsgeld zu zahlen. Denn sobald einen die Entführer, die für die "Bus-Rekrutierungen" verantwortlich sind, in ihren Transporter gezerrt haben, erhält man womöglich ein Angebot, das man nicht ablehnen kann: Man muss auf der Stelle Tausende US-Dollar in bar auftreiben – vollkommen egal wie –, die Summe übergeben, und schon kommt man frei. Um weiterzuleben, zu fliehen und sich für einen weiteren Tag zu verstecken.
Das alles ist nichts Neues; es ist längst jedem bekannt, der bereit ist, den ganz normalen Ukrainern zuzuhören – jenen Menschen, die massenhaft für den wahnwitzigen Versuch des Westens geopfert werden, Russland mithilfe der Ukraine in die Knie zu zwingen. Doch weder die westlichen Intellektuellen des Mainstreams noch die Medien interessieren sich dafür, was diese echten Ukrainer durchmachen müssen.
Auch der letzte Aspekt dieses "Bussifizierungs"-Horrors überrascht nicht: Die Opfer, die aus einem Internierungslager für "Kriegssklaven" in einem Vorort von Kiew befreit wurden, waren schwer misshandelt, einige sogar brutal gefoltert worden. In diesem Fall stammten die Peiniger aus der Neonazi-Einheit "Asow", die die ukrainische Nationalgarde unterwandert hat. Doch täuschen Sie sich nicht: Folter ist in der Ukraine – sowohl unter Selenskij als auch schon zuvor – weitaus verbreiteter, als es die westlichen Mainstream-Medien ihrem Publikum zugestehen. Seit mindestens einem Jahrzehnt gibt es glaubwürdige Berichte über Folter durch ukrainische Behörden – verübt nicht nur, aber eben auch von explizit rechtsextremen und neonazistischen Einheiten.
Wie schon bei den zahlreichen ungeheuerlichen Verbrechen, die von dreisten ukrainischen Terrorkommandos im Ausland begangen wurden – von den Anschlägen auf Nord Stream bis zu gezielten Tötungen –, verschließt der westliche Mainstream hartnäckig beide Augen. Anstatt die ukrainischen Kriminellen zur Rechenschaft zu ziehen und die eigene Bevölkerung sowie die eigene Infrastruktur zu schützen, hat der Westen das Selenskij-Regime und dessen korruptes System durch unaufhörliche, astronomische Geldzuwendungen sogar noch bestärkt.
Während sich in der Ukraine gerade der Skandal um Foltergefängnisse entfaltet, befindet sich der faktische Diktator des Landes, Wladimir Selenskij, auf einer weiteren Tour, bei der er einerseits bettelt und andererseits prahlt – dieses Mal bei einem seiner ergebensten und unterwürfigsten Bewunderer: Bundeskanzler Friedrich Merz. Unterdessen musste Selenskijs rechte Hand, Kirill Budanow – selbst ein Experte für Terrorismus und Zerstörung –, bereits das Offensichtliche einräumen: dass das Kiewer Haft- und Folterzentrum kein Einzelfall ist. Im Gegenteil: Es ist bezeichnend für ein gesamtes System landesweiter Misshandlungen, für die Verkommenheit des Selenskij-Regimes und für die Mitschuld des Westens.
Diese Mitschuld trat wie unter einem Brennglas zutage, als der US-Bürger, kritische Blogger und Journalist Gonzalo Lira zu Tode gefoltert wurde – ganz im typischen Stil des Selenskij-Regimes –, um ein Exempel zu statuieren und ihn zugleich auszunehmen. Der Fall wurde unter den Teppich gekehrt. Dabei hätte Lira leicht gerettet werden können, wenn die amerikanischen Behörden, die von seinem Schicksal wussten, eingegriffen hätten.
Die Straflosigkeit, die das Selenskij-Regime genießt, ist erschütternd. Noch nicht ganz auf dem Niveau Israels, aber auf dem besten Weg dorthin. Und wie im Fall Israels liegt der Grund für diese katastrophale Lage in einer toxischen Mischung aus – höchst verfehlter – Geopolitik sowie moralischer und intellektueller Perversion. Seit Jahren verschleiern westliche Eliten – von öffentlichen Kriegspropagandisten wie Timothy Snyder, der sogar dabei half, Gelder für eine Asow-Einheit zu sammeln, bis zu Politikern – die Wahrheit über das bevorzugte Klientelregime des Westens, über dessen Gewalt im eigenen Land und über dessen engste Verbündete am äußersten rechten, neonazistischen Rand.
Die westliche Öffentlichkeit wurde nicht nur mit Russophobie einer Gehirnwäsche unterzogen, sondern auch durch eine systematische Kampagne aus Lügen und Auslassungen dazu gebracht, Selenskij und sein bösartiges Regime in einem besseren Licht zu sehen. Deshalb betrifft das, was gerade in einem Kiewer Vorort erneut ans Licht gekommen ist, nicht nur die Ukraine, sondern auch den Westen – insbesondere das NATO-EU-Europa. Der Westen behauptet, Selenskijs Ukraine sei ein Vorposten, an dem seine "Werte" verteidigt und gelebt würden. Ich für meinen Teil bin inzwischen geneigt, ihm das zu glauben.
Und bei den besagten Werten handelt es sich um die Werte von Dieben, Folterknechten und Mördern, die ihr eigenes Volk verraten, um sich selbst zu bereichern und ihre Macht zu festigen. Ähnlich wie im Gazastreifen, wo dieselben "vorbildlichen" Europäer an einem israelischen Völkermord mitschuldig sind, offenbart Selenskijs Ukraine die Wahrheit über diese Version von "Europa".
Übersetzt aus dem Englischen.
Tarik Cyril Amar ist Historiker an der Koç-Universität in Istanbul. Er befasst sich mit Russland, der Ukraine und Osteuropa, der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, dem kulturellen Kalten Krieg und der Erinnerungspolitik.
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